Mona, Afghanin, findet Kopftuch doof, liebt Nagelstudios und fährt im Zweifel die Krallen aus. John macht sein freiwilliges soziales Jahr und ist eine Emanze. Zwei, die gegen Klischees antreten. 

Omar und Ali, Syrer und Cousins. Hatten gerade mal eine Zahnbürste bei der Ankunft dabei. Hat Andreas nachts in einem U-Bahnhof eingesammelt. Jetzt: Wohnung und Schule. Und verdammt ehrgeizig. 

Integration Made in Germany … aber europaweit. Janna hat in EU-Flüchlingscamps gearbeitet. Freiwillig. Mohamed, Afghane, lebt in Österreich (das hört man!) und macht eine Ausbildung im Hotel. Seine Schwester? Die ist Berlinerin. 

Waqas, Pakistani. Frauen in Burka waren für ihn ganz normal. Ute, Unternehmerin, lebt vor, was Frausein in Deutschland meint. Das Ergebnis: Ein neues Weltbild.

Ahmad, Afghane. Ist preussischer als viele Deutsche: überpünktlich und dazu noch superverbindlich. Hilaneh, Galeristin, trägt es mit Humor. Er auch.

Rand, Syrerin. Geht auf ein zweisprachiges Gymnasium in die Oberstufe. Ann schreibt ihre Doktorarbeit. Powerfrauen für mehr Frauenpower.

Deo, Tansanianer, hat den Bachelor in Banking and Finance. Hospitiert, bis es mit dem Deutsch klappt, in einer Rechtsanwaltskanzlei. Ingo hat es möglich gemacht.

Bakri, Syrer, Rechtsanwalt. Allein in Berlin. Seit zwei Jahren. Ohne seine Frau und die kleinen Kinder. Versucht die Nerven zu behalten. Tatjana, Berlinerin, sorgt dafür, dass es so bleibt.

Be an Angel e.V. ist eine Initiative von Menschen aus Medien, Kultur und Marketing, die sich und ihr Netzwerk für die nachhaltige Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte einsetzen.

September 2015 haben wir die Ärmel hochgekrempelt. Und seitdem nie wieder runter gezogen. Was hat sich geändert? Wir sind professioneller geworden. Mit täglichen Sprechstunden, Büro, Hauptamtlichen, einem Netzwerk aus Flüchtlingsinitiativen, in die Politik, in andere EU-Länder und sogar in die Heimatländer der Geflüchteten. Mit Datenschutz, Ablage und allem was an Bürokratie nötig ist. (Nein, das macht keinen Spaß - muss aber…)

An den EU – Außengrenzen

Humanitäre Nothilfe. Es kann nicht sein, dass es in der EU, Zeltstädte gibt, in denen Menschen über Jahre hausen müssen. Ohne Schulen, ohne gesicherte Asylverfahren, ohne ausreichende ärztliche Versorgung, mangelernährt und notdürftig ausgestattet. Siehe Moria. Wir helfen vor Ort. Waren in Budapest, als 1.200 Menschen nicht mal was zu essen hatten und haben drei Monate für 1.200 Menschen eine warme Mahlzeit ausgegeben. Wir waren in Calais. Dasselbe Bild. Wir sind in Griechenland aktiv. Mit Partnern vor Ort.

Be an Angel e.V. heute:

Für miteinander – Menschen mit Fluchterfahrung in Deutschland begleiten.
Für Menschlichkeit – Geflüchtete an den Außengrenzen unterstützen.
Für ein Leben in der Heimat – Fluchtursachen bekämpfen.

2016 wurde es nicht besser – nur anders.

Viele mussten Berlin verlassen, wurden umverteilt. Wir haben den Kontakt gehalten. In Sachsen, Brandenburg, Bayern, NRW, ….. Und die, die dann irgendwo anders landeten, haben natürlich neue Freunde gefunden, denen es nicht besser ging. Wir haben ein Netzwerk in der Bundesrepublik aufgebaut um die Menschen vor Ort zu unterstützen. Die Asylverfahren waren ein Witz (und sind es auch heute oft). 2016 gab es die ersten Bescheide über „subsidiären Schutz“ für syrische Geflüchtete. Das heißt: trotz Flucht aus dem Krieg kein Recht, dass die Familie nach Deutschland kommen kann. Fast zwei Drittel der Bescheide wurden von Gerichten einkassiert – Erlaubnis zum Familiennachzug zu bekommen war trotzdem schwierig. Wir hatten uns zu einer Art Hausverwaltung gemausert – 17 Wohnungen, diverse Zimmer mit befristeten Mietverträgen – und über allem das LAF, das eigentlich die Kosten für die Unterbringung übernehmen sollte. Eigentlich. Teilweise haben wir über Jahre „vorgestreckt“, bis endlich alle Anträge durch waren. Dabei kostet eine Nacht in einem Vierbett – Zimmer bis zu 28€ pro Person, dafür könnte beinahe das Penthouse gemietet werden…. 2016 waren wir dann knietief in absurden Asylverfahren, haben Sprachkurse organisiert, Kinder (mit) eingeschult, die ersten Scheidungen begleitet und waren oft zum Essen in den neuen Wohnungen eingeladen.

2018 finanzieren wir uns selbst

Nicht mehr von Spenden abhängig sein. Schöne Idee. Bei der Vergabe von Fördermitteln haben wir anscheinend nie ein glückliches Händchen – das können wir also getrost
vergessen. Also: auf Initiative vom Verein gründen wir eine GmbH, um das Restaurant Kreuzberger Himmel zu starten. Warum eine GmbH? Weil wir den Gewinn so verwenden können, wie es richtig erscheint. Be an Angel e.V. hält sich selbstredend streng an die Vorgaben für Gemeinnützigkeit! Und das gerne! Der Verein hat eine zweckbezogene Spende erhalten, mit der eine GmbH gegründet wurde. Also: Die Be an Angel Gaststättenbetriebs GmbH mit dem Ziel, das Restaurant Kreuzberger Himmel zu übernehmen, geht an den Start. Am 04. Januar wird eröffnet. Platz für 110 Gäste, ein Team aus 13 Mitarbeiter*innen aus damals „nur“ sechs Nationen – alle mit Fluchtgeschichte, nur zwei mit Gastro-Erfahrung. Es wurde eine Erfolgsgeschichte! Auch für den Verein – der zum allergrößten Teil von den Einnahmen des Restaurants lebt. Und weiterhin gegen fehlerhafte Asylbescheide vorgeht, Menschen vor der Abschiebung bewahrt, Jobs und Ausbildungsplätze vermittelt – Arbeitgeber*innen coacht bei interkulturellen Missverständnissen und bei Zuschüssen berät. Wir sind im „Menschenhandel“ auf der guten Seite, ziemlich erfolgreich. Dazu langatmige Sitzungen mit Verwaltung und Politik – Politiker*innen sind erstaunlich oft „full of good intentions“ und dann mahlen die Mühlen der Verwaltung…. Wir ziehen um in das Bezirksamt Kreuzberg- Friedrichshain, ins Foyer. Für kleines Geld. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann sei Dank.

2020 und jetzt auch noch Corona…

Die ersten Menschen aus Moria kommen in Deutschland an. Wir treffen Salam Aldeen, der TeamHumanity initiiert hat und seit 2015 in Lesbos aktiv ist – es entwickelt sich eine intensive Zusammenarbeit. Im Februar waren wir in Moria – das mit Abstand furchtbarste, was wir je gesehen haben. Vor Ort: erst völlig hilflos – dann haben wir Menschen getroffen, die das Recht auf Familiennachzug hätten. Seitdem kämpfen wir auf griechischer und deutscher Seite für deren Recht. Außerdem konnten wir dank Murat Tuermis und der Stern Stiftung so viel Geld sammeln, das wir Not-OPs für Kinder finanzieren können. Der Kreuzberger Himmel, unser Restaurant ist als Einnahmequelle durch Corona quasi weggebrochen. Trotzdem haben wir ab März dort für Obdachlose gekocht. Über 10.000 Essen konnten wir dank einer kurzfristigen Finanzierung von Aktion Mensch verteilen. Das Thema „Geld“ – nach wie vor machen wir alles durch Spenden. Haben Charity Dinner organisiert, bei Start Next und Better Place gesammelt. Corona bremst uns aus.

In Deutschland

Für Empowerment: die Menschen sollen ihr eigenes Leben leben. Wir suchen keine neuen Freunde (wenn es sich ergibt: schön!). Wir machen den Weg frei- für Studium oder Ausbildung, den Beruf, den sie mögen, eine Wohnung, und wenn alles gut läuft: kauft euch eben den Mercedes. Wir wollen keine Ghettos. Wir wünschen uns (nette) Nachbarn, neben uns, wo auch immer wir wohnen. Wir wollen, dass die, die hier sind und das Recht haben hier zu sein, mal unsere Rente zahlen und die Kinder mit unseren Kindern, um die Häuser ziehen. Wir wollen, dass verstanden wird: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Ohne wenn und aber. Sexuelle Orientierungen sind Fakt, die sich keiner „aussuchen“ kann. Religion ist Privatangelegenheit. Wir reden über alles mit jedem und jeder. Immer auf Augenhöhe.

In den Heimatländern:

Das Schönste ist doch, wenn Menschen gar nicht erst fliehen müssen. Bei Krieg und Terror meist die einzige Chance. Bei Armut nicht immer. Wir unterstützen Produzenten in ihren Heimatländern aktuell Syrien und Libanon. Unser neues Projekt: Wir importieren Produkte, direkt von den Hersteller*innen – kleine Familienbetriebe, die dank unserer harten Euros weiter machen können. Stand September 2020: das Projekt nimmt Fahrt auf! Netzwerk ist da, Importeur gefunden, Online Shop kommt. Nachhaltige  ahrungsmittel für den Deutschen Markt.

Seit 2015 machen wir.

Es fing „ganz harmlos“ an – im September 2015 mit der Begleitung von Geflüchteten im Chaos: Wir waren am LaGeSo (damals: Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten – heute: LAF – Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten). Wir haben unsere Wohnungen geöffnet, für die Menschen, die nicht mal ein Dach über dem Kopf hatten. Wir waren mit den Menschen ab drei Uhr morgens in der Schlange für die Registrierung. Wir waren am Sozialgericht, um die Behörde mit Eilanträgen dazu zu zwingen, den Menschen das zu geben, was ihnen zu steht: was zu essen, einen Arzt, ein Bett. Wir haben Kleidung verteilt, Ärzte gefunden, die auch vor dem Erhalt der Krankenkassenkarte die Menschen behandelten und irgendwann hatten wir als Verein 17 Wohnungen gemietet.

2017 über (fast) alle Grenzen

„Flüchtlinge“ waren nicht mehr „sexy“ – die Spenden sind zurück gegangen, aber unsere „Maschinerie“ lief weiter – die Kosten also auch. Also haben wir zusammen mit dem Auktionshaus Christies Versteigerungen zeitgenössischer Kunst gemacht. Rund 55.000€ sind zusammen gekommen. Damit haben wir:
in Budapest über drei Monate für 1.200 Menschen, die völlig ohne Versorgung in halbverfallenen ehemaligen Lagerhallen hausten, täglich eine warme Mahlzeit ausgegeben.
Wir haben unser erstes Büro bezogen, den ersten Mitarbeiter eingestellt, die ersten offenen Sprechstunden gemacht. Und die ersten Menschen in Ausbildung und Arbeit vermittelt. Die Asylverfahren haben wir weiter begleitet – die absurden Bescheide vom BamF, trudelten weiter regelmäßig ein. Mittlerweile waren wir mit den ersten Anwälte*innen per Du. Wir waren in Calais und haben Hilfsgüter geliefert.

2019 hat uns nicht gefallen

In Deutschland werden Rechte für Geflüchtete immer mehr abgebaut. Anscheinend ist die Genfer Konvention irgendwo in den Schubladen verschwunden. Mit der Integration klappt das, wenn Initiativen wie wir, Türen aufmachen und Menschen unterstützen. In den Behörden sind Asylbewerber meist unter Generalverdacht. Egal woher die Menschen kommen, es wird erst Mal davon ausgegangen, dass sie uns betrügen wollen. Auch für uns als Begleiter*innen: wahnsinnig anstrengend. Spurwechsel (mit Ausbildungsvertrag gibts Aufenthalt): viel Papierkrieg und dann wird trotz Ausbildungsbeginn versucht abzuschieben.

No. 1

Networking

Be an Angel initiiert Zusammenarbeit und ist agiler Sparringspartner zwischen bzw. für verschiedenen Gruppen: Staatliche Stellen, Initiativen, Organisationen, Verbände, Helfer, Medien, Unternehmen und Geflüchtete.

No. 2

Projektentwicklung

Wir sind Inkubator für praxisorientierte, pragmatische Projekte zur Integration, “gleisen” diese auf, um sie dann, nach einer intensiven “Proof-of-Concept”-Phase, in die Selbständigkeit oder anderweitige Begleitung zu entlassen.

No. 3

Medienarbeit

Wir setzen unser Know how und unsere Netzwerke ein, um für Initiativen und Projekte die dringend notwendige Aufmerksamkeit in den Medien zu schaffen. Damit wir mehr Menschen erreichen und positiv bewegen können.

No. 4

1:1 Direkthilfe

In enger Zusammenarbeit mit Initiativen, Organisationen und privaten Unterstützer helfen wir auch direkt “am Menschen”:
Bei der Beschaffung von Sachspenden, Unterbringung und Arbeit, sowie bei Behördengängen.

Ihre Spende hilft! Garantiert.

Wir garantieren die 100%ige Nutzung der Zuwendungen für die Aktivitäten des Vereins. Unsere Kontoverbindung lautet:

Be an Angel e.V.    Konto 014 522 59 00    BLZ 100 708 48 (Deutsche Bank)
IBAN DE37100708480145225900  BIC DEUTDEDB110

Falls Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, teilen Sie uns unbedingt Ihre Postadresse mit, damit wir Ihnen eine Spendenquittung zusenden können – und wenn es für Sie nur der Nachweis ist, dass Ihre Spende angekommen und für den gewünschten Zweck verwendet wird. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir erst ab einem Betrag von 50 EUR eine Spendenquittung ausstellen.

Ausnahmsweise hier jetzt mal was zur Gaumenfreude:
Be an Angel zaubert nämich mit Geflüchteten sehr erfolgreich syrische Spezialitäten auf den Tisch.

Herzlich willkommen in unserem Restaurant KREUZBERGER HIMMEL.

Wir suchen Verstärkung: Berlin – Bundesfreiwilligendienst – Vollzeit

Gnadenlos gute Laune und ein strahlendes Lächeln, Sinn für Humor auch in Krisen? Furchtlos im Umgang mit Behörden? Strukturierte Arbeitsweise und Nerven wie Drahtseile? Du hast mindestens drei Monate Zeit und Lust?

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Wir sind drin!

pfeil